Produktqualität

Das Arzneimittel PT-12 wird nach einem sehr aufwendigen Verfahren hergestellt, bei dem in allen Produktionsschritten GMP-Richtlinien (das sind die Richtlinien einer „Guten Herstellungspraxis“) eingehalten werden müssen. Das bedeutet, jedes an der Herstellungskette beteiligte Unternehmen (Wirkstoffproduzent, Verpackungsfirma und der externe Laboranalytiker) muss über ein eigenes GMP-Zertifikat verfügen und sämtliche Produktionsschritte dokumentieren. Kontrolliert werden diese Unternehmen in Audits von einer durch re-scha beauftragten sachkundigen Person. In diesen Audits überprüft die sachkundige Person, ob die Firmen GMP-konform arbeiten und die Herstellungsvorgaben einhalten.

Die eigentliche Produktion beginnt mit der Bereitstellung der Bakterienkultur. Diese Kultur ist bei der DSMZ nach dem Budapester Vertrag sicherheitshinterlegt. Der Kulturenproduzent überprüft zunächst anhand markanter Merkmale die Richtigkeit des Laktobazillenstammes.

Über verschiedene Vermehrungsstufe wird in sterilen Nährmedien der Stamm solange weitergezüchtet, bis die Menge erreicht ist, die zur Beimpfung einer größeren Menge sterilen Nähmediums in der Hauptfermentation ausreicht.

Nach dieser Hauptfermentation wird geprüft, wie groß die Anzahl der gewachsenen Keime (= Laktobazillen) ist. Entspricht die Menge den kalkulierten Vorgaben, wird gefriergetrocknet (lyophilisiert). Das heißt, die lebenden Laktobazillen werden in einen Zustand versetzt, der sie über eine möglichst lange Zeit haltbar macht. Von diesem Pulver wird wiederum eine Qualitätskontrolle vorgenommen. Entspricht diese den Anforderungen, erfolgt die Freigabe zum Mischen, d.h. zur Herstellung der so genannten Bulkware (Rohware).

Die fertige Bulkware wird von der Kulturenfirma nochmals auf die Menge des wirksamen Bestandteils (in diesem Fall: Anzahl lebender Laktobazillenkeime), aber auch auf mögliche Kontaminationen geprüft. Hier gelten für den Kulturenproduzenten die Anforderungen nach Ph. Eur. 2005, 5 th Edition Kat. 3b.

Zur Kontrolle lässt re-scha die Bulkware ein weiteres Mal von einem unabhängigen externen Prüflabor auf die Anzahl lebender Laktobazillenkeime und mögliche Kontaminationen überprüfen. Entspricht die Bulkware den Vorgaben, bzw. liegen sie alle in der Spezifikation, erfolgt die Freigabe durch re-schas sachkundige Person.

Die Bulkware wird nun zum Verpackungsunternehmen verschickt. Dort wird die Ware bis zur endgültigen Verpackung gekühlt gelagert. Bei der Abfüllung wird nach Qualitätsstandards, die von re-scha vorgegeben sind, gearbeitet. Die Qualitätskontrolle umfasst beispielsweise: Füllgutidentität, Füllguthomogenität, Folienidentität, Format der Siegelrandbeutel, Füllmenge der Beutel (durch Kontrollwiegungen) und Dichtigkeit. Ebenso wird besonderer Wert auf eine möglichst niedrige Raumluftfeuchtigkeit und deren kontrollierte Einhaltung gelegt.

Ist die Ware verpackt, erfolgt unverzüglich der Transport zu re-scha. Dort wird sie tiefgekühlt (bei mindestens minus 18°C) als Quarantäneware eingelagert. Von dieser Quarantäneware zieht nun re-schas sachkundige Person Fertigwarenmuster und leitet sie zur Prüfung an ein unabhängiges externes Labor weiter. Entsprechen die Prüfergebnisse in allen Bereichen den vorgegeben Spezifikationen, gibt die sachkundige Person die Fertigware frei. Erst von diesem Zeitpunkt an darf sie verkauft werden.

Zur weiteren Qualitätskontrolle gehört, dass re-scha halbjährlich die gelagerte Fertigware auf die Anzahl lebender Laktobazillenkeime überprüfen lässt. Langzeitstudien hinsichtlich der Stabilität des wirksamen Bestandteils (= Anzahl lebender Laktobazillen) haben gezeigt, dass sich im Fertigprodukt sogar bei einer tiefgekühlten Lagerung von über 3 Jahren die Anzahl lebender Laktobazillenkeime nicht verändert hat. Daran ist ersichtlich, dass die aufwendigen Qualitätsanforderungen greifen.

Zusätzlich hat re-scha das Produkt PT-12 unter „worst-case-Bedingungen“ auf Transportsicherheit testen lassen. Die Ergebnisse dieser Prüfungen haben gezeigt, dass die Produkte ungekühlt auch im Sommer bei hohen Außentemperaturen unbedenklich transportiert werden können.

Fotos aus dem Herstellungsprozess von PT-12 und RS-12